Chronik

Von 1911 bis zum Zweiten Weltkrieg


Von 1911 bis zum Zweiten Weltkrieg

Schon lange vor Beginn des 19. Jahrhunderts
war in der Stadt Landshut und auch im Umland eine „Schützenbewegung“
feststellbar. Fest steht, dass nach dem Jahre 1871, wohl auch durch
vaterländische Euphorie, sich eine Reihe von Schützengesellschaften
bildeten. Seit dieser Zeit bestehen auch z.B. die Treuen Bayern,
Landshut-Berg, die Altschützen Mirskofen, Hubertus Niederaichbach und
Edelweiß Moosthann um einige zu nennen. Aus diesen, in den Anfängen wohl
sehr separaten Vereinigungen wuchs allmählich der Gedanke eines
Zusammenschlusses.

1911 wurde ein Landshuter „Stadtverbund“ ins
Leben gerufen, dessen Führung die Kgl. Priv. Feuerschützengesellschaft
1425 übernahm. Aber auch außerhalb der Landshuter Stadtgrenzen
etablierten sich Schützenvereine, so zum Beispiel in Furth, Käufelkofen,
Pörndorf und Mirskofen. Gepflegt wurde in diesen Vereinigungen von
Anfang an das sportliche Schießen auf die Scheibe.

Viele Aufzeichnungen sind durch die Wirren
des Ersten und Zweiten Weltkrieges verschwunden, und so ist es nicht
einfach, die Entwicklung des Schützengaues Landshut in neuerer Zeit
nachzuzeichnen. Dennoch: 1918 ging der Erste Weltkrieg zu Ende und es
folgte eine Zeit, die Neuformierungen und Besinnung auf alte Traditionen
geradezu herausforderte. So fanden sich schließlich auch in und um
Landshut tatkräftige Schützen zusammen um die Schützen aus Stadt und
Land an die „Deutsche Schützengesellschaft“ anzugliedern.

Fünf Vereine, nämlich die Gesellschaften
Falkenauge Furth, Hubertus Weihmichl, die Pfettrachtaler Pfettrach,
Hubertus Käufelkofen und Vaterland Neuhausen, gründeten schließlich im
Oktober des Jahres 1925 den Schützengau Landshut-Land mit Sitz in der
Pfettracher Bahnhofsrestauration. Zur Gründungsversammlung waren alle
bekannten Landshuter Schützenvereine aus Stadt und Land eingeladen;
allerdings erschienen nur die Vertreter der oben bereits aufgeführten
fünf Vereine. Jakob Scheck eröffnete die Versammlung und gab die
Tagesordnung bekannt; er erklärte den erschienenen Vereinsabordnungen
Sinn und Zweck des Gauverbundes und all die Vorteile, wie
Versicherungsschutz, Erwerb der Leistungs- und Ehrennadeln und vieles
mehr. Das wohl wichtigste Argument dürfte die Tatsache gewesen sein,
dass durch die Schaffung eines Schützengaues auch die Angliederung an
den Dachverband der großen Schützenfamilie erfolgen könne. Anfangs
erhielt der neue Gau den Namen „Schützengau 69 Landshut-Land“, doch
nachdem mehr Vereine dem Verbund beigetreten waren, wurde dieser in
„Schützengau Landshut Stadt und Land“ umbenannt.

Innerhalb der Stadtgrenzen hatten bis zu
diesem Zeitpunkt alle Vereine außer Achdorf und Berg ob Landshut „aus
der Stadtchronik“ ihre Schießtätigkeit eingestellt, eine Ausnahme
bildete auch die Kgl. Priv. Feuerschützengesellschaft Landshut. In der
Häuserchronik der Stadt Landshut wird zwar bei dem einen oder anderen
Wirt von einer Gewahr berichtet. Doch kann man dies nicht als
Unterbringung eines Schützenvereins bewerten.

Wenn zu dieser Zeit von einer „Unterbringung“ die Rede sein kann, dann
kommen nur zwei Wirtschaften in Frage: der Ainmillerbräu und der
Kollerbräu. Die Wittmannbrauerei hatte zu dieser Zeit ihren
Schützenverein im „Bachbräu“.

Dass jedoch die Gründung des
Niederbayerischen Schützen-Gauverbandes Landshut und Land ( der
Vorgänger des heutigen Schützengaues Landshut) überhaupt von statten
gehen konnte, ist vor allem auf Dr. Fritz Aub, Dr. Heinz Glock und Georg
Stanglmayr von den Pfettrachtaler Schützen sowie Jakob Scheck und Alois
Obermaier, die beide dem Schützenverein Falkenauge Furth angehörten, zu
verdanken. Innerhalb des neuen Verbandes nahmen die Pfettracher Schützen
jedoch nicht nur eine besondere Stellung in den späten Jahren der 1920er
Jahre ein, sofern sie die Gründung des Schützen-Gauverbandes
vorangetrieben und auch so zu sagen „Personal“ gestellt haben, sondern
auch durch die Tatsache, dass sie das nun alljährlich stattfindende
Gauschießen vorzubereiten und auch auszurichten hatten.

Zum Zeitpunkt der Gründung des
Schützen-Gauverbandes Landshut und Land 1925 gab es bereits einen
„Kreisverband“, der heute wohl als Institution mit dem Schützenbezirk
Niederbayer verglichen werden darf; Der Vorsitzende dieses
Kreisverbandes, Jakob Buchner, war im übrigen bei der Gründung anwesend,
in deren Rahmen Jakob Scheck zum Ersten Gauschützenmeister und Dr. Fritz
Aub zum Zweiten Gauschützenmeister gewählt wurde. Gleichzeitig schaffte
sich der neu gegründete Landshuter Gau die Möglichkeit, sich an den
Deutschen Schützenbund, der bereits im Jahre 1861 ins Leben gerufen
worden war, anzugliedern.

Das erste Landshuter Gauschießen wurde schon
im kommenden Jahr „1926“ ausgerichtet, an dem sich 130 bis 150 Schützen
beteiligten. Als erster Schützenkönig des Landshuter Gaues wurde Andreas
Wimmer (Vaterland Neuhausen) ermittelt. Das Landshuter Gauschießen
jedoch war nicht nur ein großes, erstes „Sportereignis“, sondern führte
auch dazu, dass sich dem relativ jungen Verband, mit den
Schützenvereinen St. Hubertus Niederaichbach, Ländtorschützen Landshut,
Oberndorfer-Schützen Landshut und Adlerhorst Landshut vier weitere
Vereine anschlossen und somit die Summe der Gauvereine auf Neun
erhöhten.

Zum zweiten Landshuter Gauschießen, das 1927
erneut auf der Pfettracher Anlage durchgeführt wurde, stiftete der
Schützengau einen Zinnpokal, der heute noch jährlich beim
Gau-Utensilienschießen heiß umkämpft ist. Der Pokla aus dem Jahre 1927
bleibt im Besitz des Gaues. Der Name Giftbechers leitet sich – das nur
nebenbei – von der Art und Weise ab, in der er ausgeschossen wird,
nämlich durch einen „giftigen Zehner“ (grüne Scheibe).

In den Jahren nach 1927 stand das
„Einigungsbestreben“ der Schützenvereine aus Stadt und Land im
Vordergrund. Ihr Ziel war es, Brauchtum und Sport zu verbinden und zu
pflegen, und so bestand der Schützen-Gauverband Landshut und Land
anlässlich seiner Fahnenweihe in Furth im Jahre 1928 aus fünfzehn
Vereinen. Vier schlossen sich bei obigen Festlichkeiten dem Gau an,
darunter auch die Bavaria-Schützen Landshut. Fahnenmutter war damals
Maria Hintermeier aus Vorderhaid. Die Fahnenweihe war – nach Schilderung
– ein gar festlicher Zug, bei dem 4 Kutschen mitfuhren. Dieses wurde
ausführlich in der Schützenzeitung Nr. 24 vom 16. Juni 1928 gewürdigt.

In der Folgezeit war das
Gauschützenmeisteramt bemüht, weitere Vereine und Schützengesellschaften
für den Schützen-Gauverband zu gewinnen. Durch überzeugende
Argumentation und das Hinführen auf den sportlichen Charakter des
Schießens – unter anderem auch durch eine einheitliche Schussbewertung –
gewann der Gau Landshut mehr und mehr an Schützenvereinen und
Mitgliedern, die nicht nur den Schießsport, sondern auch die Tradition
und die Geselligkeit pflegten.

Was jedoch so mühevoll aufgebaut worden war,
wurde durch die Gesetzgebung des Dritten Reiches und schließlich durch
den Zweiten Weltkrieg (1939 bis 1945) zunichte gemacht. Es trat nicht
nur eine Gleichschaltung aller Vereine ein, sondern auch die Tatsache,
dass Meisterschaften nicht mehr stattfinden durften (außer im eng
gesteckten Rahmen der Bestimmungen) und auch die traditionellen
Utensilien- und Preisschießen verboten wurden, brachten weitere
Einschneidungen für das Vereinsleben. Folge war verständlicherweise eine
bestimmte Lethargie innerhalb der Vereine und manche Vereine gingen an
den neuen Bestimmungen zugrunde. Gleichzeitig ist der Verlust vieler
Aufzeichnungen und wertvoller Unterlagen über das Schützenwesen im Gau
Landshut aber auch innerhalb der Vereine in diesem Zeitraum anzusiedeln.


Von 1951 bis 2017

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im
Jahr 1945 und der Aufhebung des Kontrollratsgesetzes wurde am 28.
Oktober 1951 der Schützengau Landshut im Vereinsheim der Käufelkofener
Hubertusschützen im Beisein des Bezirksschützenmeisters Sepp Semmler
wieder ins Leben gerufen. In das Amt des neuen „Ersten
Gauschützenmeisters“ wurde Josef Hauner berufen.

Ein erster Höhepunkt der Gau- und
Vereinsarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg zeigte sich schließlich beim
700jährigen Jubiläum der Stadt Landshut im Jahre 1954, das mit dem
vierten Niederbayerischen Bundesschießen verbunden wurde. An diesem
Schießen, das in der „Jägerhalle“ (Standort Kaufhaus Hertie) – so
benannt, weil vor 1914 dort das in Landshut stationierte Jägerbataillon
jeden Sonntag mit ihrem Musikzug Standkonzerte gab –ausgetragen wurde,
beteiligten sich 800 Schützen aus dem gesamten bayerischen Raum.
Sicherlich ein großes Ereignis für den wieder gegründeten Schützengau,
wenn man auch bedenkt, dass über „Zweitausend Schützen“ mit Festwagen
und Musikkapellen an diesem großen Festzug teilnahmen. Sogar eine
Musikkapelle aus Südtirol war anwesend.

Der 8. Bayerische Schützentag fand 1958 in
Landshut statt. Etwa 200 Delegierte vertraten dabei die bis dahin
zählenden 3.500 Bayerischen Schützenvereine.

1973 wurde der 23. Niederbayerische
Schützentag in Landshut abgehalten. Der damalige Präsident des Deutschen
Schützenbundes (DSB) Alfred Michaelis, die Landesschützenmeister des
Bayerischen Sportschützenbundes (BSSB) Andreas Hartinger, Willi Baumann
und Hans Märkl, sowie der erste Schützenmeister des Schützenbezirk
Niedernbayern Alois Barth, zählten zweifelsohne zur Prominenz der
Veranstaltung, in deren Rahmen Landshuts Oberbürgermeister Josef Deimer
in den Rathausprunksaal zum Empfang lud. Tagungsort war der Kolpingsaal,
in dem vor der ordentlichen Versammlung am Sonntag Vormittag bereits am
Samstag Abend ein großer Festabend stattgefunden hatte.

Besonderer Erwähnung bedarf auch das 17.
Niederbayerische Bundesschießen, das ein Jahr später, also 1974, wieder
nach Landshut kehrte. Dieses Schießen stand unter der Schirmherrschaft
von Oberbürgermeister Josef Deimer. Geleitet wurde dieses Schießen von
dem damaligen Gausportleiter Karl Kammermeier und dem Gaujugendleiter
Alfred Eisenrieder. Die Teilnehmerzahl konnte hier auf 900 gesteigert
werden; zu Gast waren nicht nur Schützen aus dem gesamten Bundesgebiet,
sondern auch aus Österreich und der Schweiz. Am Festumzug –
verantwortlich waren hier der 1. Gauschützenmeister Alois Hanöffner und
Karl Vilser – beteiligten sich rund dreitausend Schützinnen und Schützen
– ein eindrucksvoller Beweis für Stärke und Verbundenheit der Schützen.

Ein weiteres großes Fest für den Schützengau
Landshut brachte das Jahr 1975. Der Schützengau Landshut feierte sein
50jähriges Gründungsfest in Pfettrach. Hier wurde der langjährige zweite
und später erste Gauschützenmeister Alois Hanöffner zum
Ehrengauschützenmeister ernannt, und die noch lebenden
Gründungsmitglieder des Schützengaues geehrt. Dies waren Anton Angerer
(Hubertus Weihmichl), Wilhelm Ebensberger (Hubertus Weihmichl),
Sebastian Roider (Hubertus Weihmichl), Georg Weiß (Hubertus Weihmichl),
Josef Stanglmayr (Pfettrachtaler Pfettrach), Peter Gerstl (Hubertus
Käufelkofen), Alois Hanöffner (Hubertus Käufelkofen), Franz Rauhmeier
(Hubertus Käufelkofen), Josef Deifel (Vaterland Neuhausen) und Georg
Rußwurm (Vaterland Neuhausen).

Außerdem fand 1975 – nicht zuletzt wegen der
„Landshuter Hochzeit 1475“ – ein Nationenvergleich zwischen den
Nationalmannschaften aus Deutschland und Polen statt, den die Deutschen
mit 5:3 Punkten – 4:1 bei den Herren, 1:2 für Polen bei den Damen – am
Ende für sich entschieden.

Seit dem Frühjahr 1975 lenkte auch Karl
Kammermeier als 1. Gauschützenmeister die Geschicke des Schützengaues.
Teilnehmerzahl an den Meisterschaften und Rundenwettkämpfen stieg an.
Karl Kammermeier blieb bis 1990 Erster Gauschützenmeister und wurde
später für seine Verdienste zum Ehrengauschützenmeister ernannt.

1977 wurde beim Gau-Utensilienschießen ein
weiterer Pokal zur Verfügung gestellt: der „Rogl-Pokal“, der nach seinem
Spender, dem Herbergsvater der Adlerhorstschützen Ergolding, Jakob Rogl
benannt wurde.

Im Laufe der Jahre war die „alte“ Gaufahne
von 1928 arg in Mitleidenschaft gezogen worden – eine Restaurierung
stellte sich als nicht mehr möglich heraus; nun nahte ein weiterer
Höhepunkt für den Schützengau Landshut, als am 25. und 26. August 1984
die Weihe der neuen Gaufahne anstand. Große Vorarbeiten waren
verständlicherweise nötig und die Einladung zu dieser Fahnenweihe fand
ein so großes Echo, so dass am Ende eine Beteiligung von Gauen des
Schützenbezirks Niederbayern und den Vereinen des Landshuter
Schützengaues mit 86 Abordnungen und circa dreitausend Schützinnen und
Schützen feststand. Vereine der Nachbargaue, die gerne an der
Fahnenweihe teilgenommen hätten, hatten die Möglichkeit hierzu nicht, da
die zur Verfügung stehenden Kapazitäten, wie zum Beispiel die St.
Martinskirche, das Festzelt, das leider nur teilweise genutzt werden
konnte, oder aber auch „einfach nur die Länge“ des Festzuges, dies
verhinderten. Fahnenmutter war diesmal Marianne Mieslinger von den
Schloßschützen Piflas, die von zwanzig Festdamen begleitet wurde. Den
Auftakt des Festes bildete – schon fast traditionsgemäß – der Empfang
des Landshuter Oberbürgermeisters Josef Deimer im Rathausprunksaal, dem
die Ehrung der verstorbenen und gefallenen Schützenkameraden am
Kriegerdenkmal in der Neustadt folgte. Mit einem Standkonzert der
Südtiroler Musikkapelle endete schließlich der erste Festtag, Sonntag
früh, am 26. August 1984, weckten die Böllerschützen der
Altschützengesellschaft Mirskofen die Landshuter Bevölkerung. Nach
Einholung der neuen Gaufahne beim Ersten Gauschützenmeister Karl
Kammermeier wurden die Fahnenmutter Marianne Mieslinger und deren
Festdamen abgeholt. Sieben Musikkapellen mit mehr als zweihundert Musik-
und Spielleuten begleiteten nach einem kurzen Aufenthalt im bereits
bestens gefüllten Festzelt den Kirchenzug in die St. Martinskirche zur
Weihe der neuen Fahne. Unvergesslich wird wohl auch der anschließende
Festzug durch die Straßen der Stadt bleiben, wenngleich es der
Wettergott zu Beginn nicht allzu gut mit den Landshuter Schützen meinte.

1988 wurde Anton Fröhler von den Adlerhorstschützen Landshut
Bezirksschützenkönig.

1998 wurde Marianne Mieslinger von den Schloßschützen Piflas
Bezirksdamenköniging und Andreas Schalk von den Isartaler Altheim wurde
Bezirksschützenkönig.

1998 wurde in Landshut der 47.
Niederbayerische Schützentag durchgeführt, bei dem die Organisatoren
erneut keine Mühe gescheut hatten. Federführend war der damalige
Gauschützenmeister Josef Mieslinger, der diese Veranstaltung in
hervorragender Weise mit dem damaligen Gauschützenmeisteramt organisiert
hatte. Neben Prominentenschießen, speziellem Damenprogramm, Empfang bei
Oberbürgermeister Josef Deimer und einem fröhlichen Festabend mit den
„Jetzendorfer Hinterhofmusikanten“. Eröffnet wurde der Festabend von den
Böllerschützen und -schützinnen des gastgebenden Landshuter Gaues. Nach
der Eröffnungsrede vom damaligen Gauschützenmeister Josef Mieslinger am
Sonntag und dem anschließenden Einzug der Fahnenabordnungen und
Schützenkönige von Gau und Vereinen im Festzelt stand nun der offizielle
Teil des 47. Bezirksschützentages auf dem Programm. Besonders erfreulich
stellte sich dabei die Treffsicherheit der Landshuter Schützen heraus:
RWKL Heinz Taglinger gewann die von Oberbürgermeister Josef Deimer für
das Prominentenschießens gestiftete Ehrenscheibe und mit Marianne
Mieslinger (Piflas) und Andreas Schalk (Altheim) stellte der Landshuter
Schützengau gleich beide Bezirksschützenkönige. Nicht zuletzt war auch
die „wirkliche“ Prominenz gut vertreten: nicht nur die „Stadtobersten“,
unter ihnen Oberbürgermeister Josef Deimer, dessen Stellvertreter Ludwig
Zellner, Sportamtsleiter Alois Schloder sowie zahlreiche Stadträte und
Abgeordnete, fanden ihren Weg zu den Landshuter Schützen, sondern auch
die Schützenprominenz aus Bezirk, Land und Bund, darunter der Präsident
des Bayerischen und Deutschen Sportschützenbundes Josef Ambacher.

1999 legte Gauschützenmeister Josef
Mieslinger sein Amt nieder. Kommisarisch führte nun der 2.
Gauschützenmeister Erich Hettl die Amtsgeschäfte weiter, bis im März
2000 mit Gerhard Schipper ein neuer Gauschützenmeister gewählt wurde.

Nun, angelangt im Jahre 2000 – oder auch im
Milleniumsjahr – feierte der Landshuter Gau sein 75jähriges Jubiläum. Am
Sonntag, den 23. Juli 2000 war bereits ab 8.00 Uhr morgens im
EVL-Eisstadion (Halle 2) der Empfang der Ehrengäste und der Vereine.

Anschließend fand der Einzug der
Fahnenabordnungen und Schützenkönige von Gau und Vereinen in die
Eishalle statt. Der Festgottesdienst wurde von H.H. Kanonikus Ziegler
und Diakon Daser in der Eishalle abgehalten und musikalisch von der
Haunwanger Blaskapelle umrahmt.

Gauschützenmeister Gerhard Schipper
eröffnete mit seiner Festansprache den offiziellen Teil. In seiner
Ansprache konnte er den Oberbürgermeister Josef Deimer,
Bezirkstagspräsidenten Manfred Hölzlein, stellvertretenden Landrat Josef
Seidl, Bürgermeister Jakob Entholzner, Sportamtsleiter Alois Schloder,
den 3. Landesschützenmeister Hans Bösl, das Bezirksschützenmeisteramt
mit Erstem Bezirksschützenmeister Siegfried Schneider und
Bezirksehrenschützenmeister Alois Barth, den Syndikus des BSSB und
Ehrengerichtsvorsitzenden Manfred Zinkl, den Patengau aus der Hallertau
mit Ehrengauschützenmeister Rainer Schwarz, die Mitglieder des
Bundestages Dr. Wolfgang Götzer und Horst Kubatschka, die Direktoren der
Sparkasse Landshut Dieter Baumann und Dieter Weckerle, Herrn Hauptmann
Zenker von der KSK, den Geschäftsführer des EVL Herrn Trunschka, den
Ehrengauschützenmeister des Schützengaues Landshut Karl Kammermeier, die
Ehrenmitglieder Fritz Forster und Hans Nettinger sowie die
Schützenkönige Anna Posselt (Damen), Rudolf Eichinger (Schützen), Stefan
Steininger (Pistole) und Alexander Hopfensberger (Jugend) begrüßen. Der
1. Gauschützenmeister Gerhard Schipper bedankte sich auch in seiner
Festansprache bei den Frauen der Vorstandsmitglieder ohne deren
Verständnis, Unterstützung und Mitarbeit im Schützengau keiner sein
Ehrenamt ausführen könnte. Er überreichte den Frauen Marianne Hettl,
Monika Pömmerl, Karin Taglinger, Ilonka Karl, Erika Plötz, Renate und
Christa Schipper jeweils als Zeichen des Dankes einen Blumenstrauß.

Schirmherr Oberbürgermeister und Senator
Josef Deimer überbrachte die Glückwünsche der Stadt Landshut. 3.
Landesschützenmeister Hans Bösl überbrachte die Glückwünsche des
Bayerischen Sportschützenbundes, 1. Bezirksschützenmeister Siegfried
Schneider betonte in seiner Festansprache dass nun endlich wieder
Frieden im Gau eingekehrt sei. Der Gau Hallertau als Patenverein
überbrachte auch die besten Grüße an den Jubelverein.

Alle Festredner bekamen auch im Anschluss an
ihre Ansprachen den Festehrenteller des Schützengaues als
Erinnerungsgeschenk überreicht. Nach den Festansprachen der Ehrengäste
konnte nun zum gemütlichen Teil übergegangen werden, und zwar zum
allgemeinen Mittagessen.

Am Festzug beteiligten sich insgesamt 56
Vereine mit über 1.400 Schützinnen und Schützen, die von 5 Musikkapellen
mit über 100 Musikern begleitet wurden. Auch hier war die gesamte
Prominenz vertreten. Alle oben aufgeführten Ehrengäste ließen es sich
auch nicht nehmen, am Festzug teilzunehmen. Ein farbenprächtiges Bild
bot sich den Zuschauern als der Festzug vom Gutenbergweg zum Bernlochner
und von hier aus in die „Historische Altstadt“ bis zum Rathaus zog. Hier
wurde gewendet, damit sich alle Schützen im Gegenzug begrüßen und auch
sehen konnten. Lautstarke Unterstützung erhielt der Festzug von den
Böllerschützen des Schützengaues Landshut, die sich auf der Preysing
Allee aufgestellt hatten. Hier beteiligten sich mehr als 80
Böllerschützen die unter der Leitung von Böllerreferent Karl Rusch
gekonnt ihre Reihenfeuer und Salven vorführten.

Zurückgekehrt in der Eishalle erfolgte die
Vergabe der Erinnerungsgeschenke sowie die Preisverteilung des
Jubiläumsschießens. Die Preisverteilung nahm der 1. Gausportleiter
Walter Pömmerl vor, der auch das Jubiläumsschießen ausgerichtet hatte.

Für die Vereine aus dem Schützengau Landshut
mit seinen Schützinnen und Schützen war es wiedereinmal ein schöner und
festlicher Anlass, um sich der Bevölkerung mit ihren schönen Trachten
und ihren stolzen Fahnen präsentieren zu können. In gemütlicher Runde
ließ man das Fest ausklingen, dass wiederum ein voller Erfolg für den
Schützengau und all seinen Vereinen war.

Regelmäßig alle 2 Jahre beteiligte sich der
Schützengau Landshut an der Niederbayernschau mit dem Gläsernen
Schießstand. Hier werden die Schützen ins richtige Licht gerückt. Und
mancher Besucher konnte sich überzeugen, dass hier wirklich Sport
getrieben wird. Ein Stand mit Lichtgewehr für die Jüngsten, mit der
Armbrust sowie mit den Bogenschützen wurde von qualifizierten
Aufsichtspersonen fachgerecht präsentiert. Auch die Wurftaubenschützen
stellten ihre Sportart vor. Und die Böllerschützen konnten sich mit
einem eigenen Stand der Öffentlichkeit repräsentativ vorstellen.

Ein weiteres Highlight war 2013 die
Einladung S.K. Hoheit Herzog Franz von Bayern zu seinem 80. Geburtstag.
Hier war der Schützengau Landshut mit einer Fahnenabordnung und dem 1.
GSM vertreten.

2014 konnten sich zum ersten Mal in der
Geschichte des Schützengaues gleich 3 Könige für das
Bezirkskönigsschießen qualifizieren. Maria Rothbauer wurde 2.
Bezirksdamenkönigin, Lisa-Marie Santl wurde mit einem hervorragenden 34
Teiler 3. Bezirksjugendkönigin und Stefan Burger wurde 3.
Bezirksschützenkönig.

Der Schützengau kann dabei auf positive
Zeiten ebenso zurückblicken wie auf negative, wobei ersteres sicherlich
überwiegen dürfte. Insgesamt gesehen ging es mit dem Schützengau
Landshut trotz mehrerer kleiner Rückschläge immer bergauf – sowohl im
leistungssportlichen als auch im breitensportlichen, traditionellen und
gesellschaftlichen Bereich. Die Mitgliederzahlen blieben stabil und
steigen nun seit Jahren stetig an. Zum Jahresende 2014 zählte der
Schützengau Landshut immerhin 5.522 Erstmitglieder. Davon 1.547
Schützendamen und 1.368 in der Schützenjugend. Mit diesen
Mitgliederzahlen ist der Schützengau Landshut der 2. größte Gau in
Niederbayern. Zum Schützengau Landshut zählen Schützinnen und Schützen
aller Altersgruppen, die neben zahlreichen Titeln auf Bezirks- und
Landesebene auch große nationale und internationale Erfolge feiern
konnten und in den Kadern des Bezirks, des Bayerischen
Sportschützenbundes und auch des Deutschen Schützenbundes eingesetzt
wurden und werden.

Die Erfolge unserer Nachwuchsschützen kamen
und kommen nicht von ungefähr, sondern sind auf die seit vielen Jahren
in den Vereinen und von den Gaujugendleitern betriebene Jugendarbeit
zurückzuführen. Es wurde auch 1984 für die Jugend eine eigene
Jugendkette angeschafft. Sie wird alljährlich beim Ranglistenturnier der
Jugend ausgeschossen.

Nicht zuletzt ist jedoch all dies nicht nur
auf die Arbeit des Gaues zurückzuführen, sondern insbesondere auf die
Mühen „im Kleinen“ wie sie – offensichtlich – effektiv in unseren, dem
Schützengau Landshut angeschlossenen 73 Vereinen in hervorragender Weise
geleistet werden. Hier ein besonderer Dank an die Vereinsvorstände mit
ihrer Vorstandschaft, den Sport- und den Jugendleitern, sowie allen
Helferinnen und Helfern in den Vereinen.


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